
Die Erfindung des Cavas kann bis auf die Arbeit des Mönchs Pierre Pérignon, genannt Dom Pérignon zurück geführt werden, der um das Jahr 1638 geboren wurde und in 1715 starb. Nach heute geltender Meinung hat er zwar die bekannte Methode Champagnoise nicht direkt erfunden, soll jedoch maßgeblich deren praktische Anwendung und önologische Verfeinerung in der Kellerei der französischen Benediktinerabtei Hautvillers bestimmt haben. Ab dem Jahr 1668 war ihm die wirtschaftliche Gesamtleitung dort übertragen worden und mit Kellermeister, Bruder Jean Oudart, des benachbarten Klosters Saint-Pierre aux Monts de Châlons entwickelte man gemeinsam die bis dahin bekannten weinbautechnischen Verfahren in dieser Region weiter. Professionelle Weinwirtschaft sicherte damals schon gute Gewinne.
Im Jahr 1872 entschloß sich Josep Raventós i Fatjó im katalanischen Penedès auf dem Weingut Can Codorníu zur Produktion von Cava nach der Methode Pierre Pérignons und ebnete quasi als Pionier den Weg für die Herstellung von Schaumwein generell für Spanien, da weitere Gemeinden, Winzergenossenschaften und Bodegas bald nachzogen. Inzwischen gibt es Kellereien außerhalb der bekannten Anbaugebiete, die neben ihren Weinen auch gute Cavas im Angebot führen. Bis heute besitzen 160 Gemeinden eine offizielle Zulassung für die Produktion von Cava.
Die wichtigsten Gebiete für Schaumwein liegen in Katalonien und erstrecken sich ab der Denominación Alella und benachbarten Weinbaugebiete von Pla de Bages weiter in südwestliche Richtung über den Penedès und Conca de Barberà hinweg bis in das Weinbaugebiet Costers del Segre hinein. Zusätzlich wird noch Cava in weiteren Gemeinden Kataloniens erzeugt. Den Hauptanteil in der Produktion bildet Rebsorte Parellada, da sie sich wegen ihres neutralen Charakters gut zur Abrundung von Cuvées für Cava eignet. Vertreten sind ebenfalls Chardonnay, Macabeo (Viura), Subirat (Rioja-Malvasia) und Xarel Lo bei dem weißen Cava und Garnacha, Monastrell, Trepat und Pinot Noir bei dem Rosé. Weitere Anbaugebiete für spanischen Schaumwein findet man in Aragón (Aragonien), Navarra, im Baskenland (Euskadi), in La Rioja, in Extremadura und im oberen Südteil von Valencia. Die Gesamtanbaufläche für Cava beträgt ca. 32.000 Hektar, die von ungefähr 6.850 Winzern bewirtschaftet werden.(Stand 2005)
Chardonnay
Macabeo
(Viura)
Malvasia
(Subirat
Parent)
Parellada
(Montónec)
Xarel-Lo
(Pansal)
Garnacha
Tinta
Monastrel
Pinot Noir
Trepat
Ein interessanter Aspekt ist die Tatsache, dass sich Cava blanc aus Trauben der roten Rebsorte Pinot Noir erzeugen läßt. Grundsätzlich bleibt es dem spanischen Winzer überlassen, unter welchem Consejo Regulador (zuständige Kontrollbehörde eines jeden Weinbaugebiets) bzw. unter welcher Denominación de Origen er seinen Cava abfüllen möchte. Er hat also die Wahl unter dem Namen der Behörde seines Weinbaugebiets, kann jedoch auch unter der Denominación Cava seinen Schaumwein abfüllen.
Die Möglichkeiten hierfür hängen jedoch wiederum von der Mitgliedschaft der Weinbaubetriebe und Genossenschaften in den einzelnen spanischen Weinbauverbänden ab. Das klassische Gütesiegel "Cava" darf nur der Schaumwein führen, welcher nach dem Prinzip der Flaschengärung hergestellt worden ist, mindestens 9 Monate in der Flasche gelagert wurde und aus einem der behördlich registrierten Weinbaugebieten stammt.
In jüngster Zeit kommen spanische Schaumweine auf den deutschen Markt, die mit Bezeichnungen wie "spanischer Cava, nach traditioneller Methode ausgebaut" oder ähnlichem die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf sich lenken wollen. Hierbei handelt es sich in der Regel um ganz normalen Sekt bzw. Schaumwein. Vor dem Einkauf ist ein genauer Blick auf das Etikett sowie auf die Verschlußkapsel der Flasche in jedem Fall sehr hilfreich.
Die Zusammenstellung der Rebsorten erfolgte mit Unterstützung von TWIS The Wine Info Site.